Gesetzesänderung in Berlin: Kinderkrach erlaubt!

Aufgrund einer Gesetzesänderung gelten Geräusche, die von Kindern verursacht werden, in Berlin ab Mittwoch, dem 17. Februar 2010 als zumutbar. Damit schützt Berlin als erstes Bundesland ausdrücklich den Kinderlärm. Wenn die Kindergeräusche der kindlichen Entfaltung und kindgerechten Entwicklungsmöglichkeiten dienen, müssten Nachbarn den Lärm grundsätzlich hinnehmen.

In § 6 des Gesetzes wird der folgende Absatz neu eingefügt:

„Störende Geräusche, die von Kindern ausgehen, sind als Ausdruck selbstverständlicher kindlicher Entfaltung und zur Erhaltung kindgerechter Entwicklungsmöglichkeiten grundsätzlich sozialadäquat und damit zumutbar.”

Dazu Angelika Schöttler, Bezirksstadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement: „Ich begrüße diese Gesetzesänderung sehr. Sie war lange überfällig. Auch wenn vermutlich in Einzelfällen immer noch die Gerichte bemüht werden müssen, weil es Nachbarn gibt, die Kinder grundsätzlich als störend empfinden, ist durch die Festschreibung im Gesetz klar gestellt, dass der ‚Krach’, den Kinder machen, ‚nicht mit Gewerbe- oder Verkehrslärm gleichzusetzen, sondern eine notwendige Ausdrucksform und Begleiterscheinung kindlichen Verhaltens ist’, wie es in der Begründung der Gesetzesänderung heißt. Ich setze aber vor allem auf Gespräche mit den Nachbarn von Kindereinrichtungen, um zu einem friedlichen Miteinander zu finden. Gegenseitige Toleranz und Rücksichtnahme kann kein Gesetz vorschreiben. Die Menschen müssen es wollen.”

(Quelle: Pressemitteilung Berlin.de Nr. 59 vom 02.02.2010)

Hier finden Sie Informationen zum Stand des Kinderlärmgesetzes in Hessen sowie den Gesetzesentwurf.

Weitere Informationen zum Thema Kinder/Kinderlärm finden Sie hier.


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