Regionales: Grundstücksmarktbericht 2010 für Essen

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat den Grundstücksmarktbericht 2010 beschlossen. Der Umsatz nach Vertragszahlen ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Der vielerorts beobachtete Umsatzrückgang zum Jahresende war in Essen nicht vorhanden. Zugelegt hat der Teilmarkt der bebauten Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke. Für Wohnungseigentum werden seit vier Jahren konstante Umsätze verzeichnet. Erneut gestiegen ist die Zahl der Zwangsversteigerungen, insbesondere bei Wohnungseigentum. Gegenüber dem Vorjahr  sank der Geldumsatz geringfügig um rund 1 Prozent.

Der Grundstücksmarktbericht 2010 analysiert den Immobilienmarkt des Jahres 2009 in Essen. 900 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 1.449 Eigentumswohnungen wechselten den Eigentümer. Insgesamt lag mit 3.858 Einheiten das Vertragsaufkommen geringfügig über dem Niveau des Vorjahrs (3.840). Die Summe der insgesamt gezahlten Kaufpreise lag bei rd. 710 Millionen Euro. Zu diesen Ergebnissen gelangt der unabhängige Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen, der sämtliche Kaufverträge über in Essen verkaufte Immobilien erhält und auswertet. Wolfgang Schaar, Vorsitzender des Gutachterausschusses für die Grundstückswerte in der Stadt Essen: „Der Grundstücksmarktbericht leistet einen wesentlichen Beitrag zum Verbraucherschutz, denn er verschafft entsprechend dem Willen des Gesetzgebers Laien und Fachleuten einen tiefen Einblick in den Grundstücksmarkt. Wertermittlungssachverständige schätzen den Bericht darüber hinaus wegen seiner zahlreichen Daten, die für eine sachgerechte Wertermittlung unerlässlich sind.”

Unbebaute Baugrundstücke
Für die 90 veräußerten Wohnbaugrundstücke mit einer Gesamtfläche von rd. 115.000 Quadratmeter wurden insgesamt rd. 32 Mio. Euro erlöst. Damit ist die Zahl der verkauften Baugrundstücke gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Insgesamt 24 Gewerbegrundstücke wurden mit einer Fläche von rd. 304.000 Quadratmeter für insgesamt rd. 44 Mio. Euro verkauft gegenüber 19 Fällen im Vorjahr (228.000 Quadratmeter, rd. 29 Mio. Euro)

Typische baureife Grundstücke für Doppelhaushälften und Reihenendhäuser kosten in guter Lage rund 380 Euro/Quadratmeter, in mittlerer Lage 260 Euro/Quadratmeter und in mäßiger Lage 190 Euro/Quadratmeter. Für Baugrundstücke, auf denen Eigentumswohnungen errichtet werden sollen lagen die Preise entsprechend bei 370 Euro/Quadratmeter, 310 Euro/Quadratmeter bzw. 215 Euro/Quadratmeter.

Bebaute Grundstücke
Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke

2009 wurden 900 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft. Das waren etwa 19 Prozent mehr als 2008. Das Kaufpreisvolumen betrug rund 230 Mio. Euro gegenüber rund 199 Mio. Euro im Vorjahr  (16 Prozent). Die Preise im Wesentlichen unverändert.

Mietwohngebäude
Deutlich gesunken ist die Zahl der verkauften Mietwohngebäude: 363 Verkäufe wurden 2009 mit einem Umsatzvolumen von rd. 127 Mio. Euro registriert (2008: 391 Verkäufe und 155 Mio. Euro).

Wohnungseigentum
Wohnungseigentum bildet in Essen – wie in den meisten deutschen Großstädten – mit rd. 50 % aller Transaktionen im Bereich der Wohnimmobilien den größten Teilmarkt. Wie im Vorjahr wechselten 1.449 Wohnungen den Eigentümer. Der Geldumsatz blieb mit rd. 170 Mio. Euro ebenfalls konstant. Die Zahl der Verkäufe neu errichteter Eigentumswohnungen lag mit 106 Einheiten leicht unter dem Vorjahresniveau (113 Einheiten). Leicht gestiegen ist die Zahl der aus Mietwohnungen umgewandelten Eigentumswohnungen (280 Einheiten).

Gewerbegrundstücke
Insgesamt wurden 2009 34 bebaute Gewerbegrundstücke verkauft (2008: 63). Der Geldumsatz lag mit rd. 83 Mio. Euro auf dem Vorjahresniveau.

Typische Preise in den Stadtteilen
Einfamilienhäuser aus den Baujahren 1975 bis 2006 mit 120 Quadratmeter Wohnfläche kosten zum Beispiel in Altenessen rd. 185.000 Euro, Bredeney 265.000 Euro, Burgaltendorf 225.000 Euro, Horst 195.000 Euro, Kettwig 230.000 Euro, Schönebeck 215.000 Euro und Stoppenberg 195.000 Euro. Für Eigentumswohnungen aus dem gleichen Baujahrszeitraum, jedoch mit 85 Quadratmeter Wohnfläche wurden 2009 in Altenessen 90.000 Euro, Bredeney 155.000 Euro, Burgaltendorf 145.000 Euro, Horst 75.000 Euro, Kettwig 135.000 Euro, Schönebeck 125.000 Euro und Stoppenberg 115.000 Euro gezahlt.

Erforderliche Daten
Für Wertermittlungssachverständige enthält der Marktbericht in einem speziellen Kapitel zahlreiche Informationen zur Erstellung von Gutachten, so z.B. aktuelle Liegenschaftszinssätze sowie Tabellen zur Marktanpassung im Sachwertverfahren. Neu abgeleitet wurden durchschnittliche Kaufpreise und Mieten für Garagen und PKW-Einstellplätze.

Bezugsquellen
Der Grundstücksmarktbericht kann im Internet unter der Adresse www. boris.nrw.de abgerufen werden. Außerdem ist er bei der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Rathenaustraße 2 (Theaterpassage), 45127 Essen, FAX 0201-88-68503, erhältlich (Geschäftszeiten Mo.- Fr. 8.30 -12 Uhr sowie nach Vereinbarung). Die Preise: Grundstückmarktbericht ohne die Daten für Sachverständige im Internet kostenfrei; Daten für den Sachverständigen im Internet 25 Euro; Gesamtbericht als Druckversion 40 Euro. Bei Versand auf dem Postweg entsteht zusätzlich eine Versandkostenpauschale von 2,50 Euro.

Quelle:

Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Essen
Rathenaustr. 2
45127 Essen


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