Alt werden im eigenen Haus

Mehr als drei Viertel der in den eigenen vier Wänden lebenden Hausbesitzer wollen auch im Alter in ihrem Wohneigentum bleiben. Die dazu erforderlichen Wohnungsanpassungen spielen in ihrer sozialen und wirtschaftlichen Relevanz jedoch eine bislang zu wenig beachtete Rolle.

Das ist ein Fazit aus der vom Bauherren-Schutzbund e.V. in Zusammenarbeit mit dem Verband Wohneigentum e.V. und dem Institut für Bauforschung Hannover e.V. durchgeführten ersten bundesweiten Umfrage unter 1040 Wohneigentümern zu Wohnwünschen im Alter und barrierearmen Komfort und einer daraus folgenden Studie.

Was bei der Wohnungswirtschaft bereits als Bedarfswandel für das Wohnen im Alter in Zukunftsprogramme aufgenommen wurde, lässt sich für die selbstnutzenden Wohneigentümer nur schwer erfassen. Doch auch für sie müssen bauliche und organisatorische Umgestaltungen in den Fokus rücken. Denn wie lange sie in ihrem Haus bleiben können, hat in der Konsequenz sowohl Einfluss auf die Lebensqualität der Betroffenen als auch auf gesellschaftliche Ressourcen.

Sitzbank vor Haus in Mülheim/Ruhr

„Der demografische und soziale Wandel verlangt nach marktgerechter Anpassung des Wohnungsbestandes auch für selbstnutzende Eigentümer”, begründet Heike Böhmer, Direktorin des IFB Hannover, ein Anliegen der von ihrem Institut verfassten Studie. „Barrierereduzierung heißt zunächst, den Wohnkomfort an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Gleichzeitig bedeutet sie eine Wertsteigerung des Hauses, das dann künftigen Marktnachfragen besser entspricht. Unsere Auswertung der Umfrage zieht dafür erste Schlussfolgerungen.” Deutlich wird, dass Eigentümer weitaus mehr Unterstützung benötigen, als das bisher der Fall ist.

Bild: © Thomas Max Müller/pixelio

Beratungsangebote und Bewusstseinsbildung

„Unsere Gemeinschaftsstudie hat gezeigt: Um Eigentümern ein langes Bleiben in ihrem Haus zu ermöglichen, sind neue Beratungsangebote dringend nötig,” konstatiert Peter Mauel, 1. Vorsitzender des Bauherren-Schutzbund e.V. „Wir haben als Verbraucherschutzorganisation diese Notwendigkeit erkannt, bauen unsere Beratung unter diesen Gesichtspunkten aus. Der Beratungsbedarf wächst.” Neben fachlichen Inhalten spiele dabei auch die fachübergreifende Kompetenz der Berater eine wesentliche Rolle, um Eigentümer zu motivieren.


„Wie wir vermutet haben, wird der eigene Bedarf nur selten gesehen, man behilft sich, solange es geht, statt über mögliche Erleichterungen nachzudenken”, resümiert Hans Rauch, Präsident des Verbandes Wohneigentum. „Wir sind als Verband gefordert, Bewusstseinsbildung zu betreiben. Wohnungswirtschaft, Verbraucherverbände und staatliche Stellen, das heißt Bund, Länder und Kommunen, müssen hier an einem Strang ziehen. So genannte niederschwellige Beratungsformen, Angebote in der Siedlung und für das Haus müssen entwickelt werden.”

„Mit Anpassungsmaßnahmen im eigenen Haus und im Wohnumfeld älteren Menschen ein langes selbstbestimmtes Leben zu garantieren, darin liegen zum einen große Potenziale für die Gesellschaft, zum anderen neue große Aufgaben für die Verbraucherberatung “, bestätigt Peter Mauel und umreißt damit ein Zukunftsfeld.

Zur Studie “Wohnwünsche und barrierearmer Wohnkomfort im Alter”

Weitere Informationen unter:

www.bsb-ev.de

www.verband-wohneigentum.de

(Quelle: Gemeinsame Presseerklärung Berlin/Bonn – 15.04.2010 – von Verband Wohneigentum und BauherrenSchutzBund e.V.)

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