Hausverwalter muss für drei Jahre ins Gefängnis

Ein 46-jähriger Verwalter muss für drei Jahre ins Gefängnis. Jahrelang hat der Geschäftsführer Geld von Verwaltungs- auf Privatkonten umgebucht. Er legte ein umfangreiches Geständnis ab.

Delmenhorst. Um Beträge von bis zu 10.000 Euro sind zwischen Mitte 2003 und Oktober 2006 zahlreiche Delmenhorster Wohnungseigentümer geprellt worden, die sich bei der Verwaltung ihrer Wohnungen auf die Seriosität des Geschäftsführers einer hiesigen Haus- und Grundverwaltungsgesellschaft verlassen hatten. Insgesamt soll der inzwischen 46-jährige Mann durch Veruntreuungen einen Schaden von 127.000 Euro angerichtet haben. Das Delmenhorster Schöffengericht hat den geständigen Angeklagten jetzt zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren verurteilt, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden konnte.

Handschellen

Bild: © S. Hofschlaeger/pixelio

Durch sein umfangreiches Geständnis ersparte der bisher strafrechtlich unbescholtene Mann seinen zahlreichen Opfern immerhin ein Erscheinen als Zeugen vor Gericht, wie das Gericht zu seinen Gunsten bei der Urteilsverkündung hervorhob. Andererseits hatten die Richter den erheblichen Schaden zu berücksichtigen, den der kriminelle Geschäftsführer durch seine lang anhaltenden verbotenen Umbuchungen von Verwaltungskonten auf Privatkonten vorgenommen hatte. Erschwerend bei der Feststellung der Schuld des Angeklagten kam hinzu, dass es sich bei den Geschädigten überwiegend um die kaum begüterten Eigentümer von selbst genutzten Wohnungen handelte, für die die bisher nicht wieder gut gemachten Verluste nur schwer zu verdauen waren.

Der Staatsanwalt hatte wegen dieser Schadenshöhe und dem relativ langen Zeitraum der Untreuehandlungen eine Strafe von drei Jahren und zehn Monaten für den Angeklagten gefordert. Der Verteidiger hatte in seinem Plädoyer hingegen eine Strafe von zwei Jahren für seinen Mandanten als ausreichend erachtet, die noch hätte zur Bewährung ausgesetzt werden können.

Mit seinem Urteil hielt das Gericht zwischen diesen Positionen einen Mittelweg ein. Dabei berücksichtigten die Richter unter anderem, dass sich der 46-Jährige gegenwärtig in einem festen Anstellungsverhältnis befindet und er die verhängte Strafe daher womöglich als Freigänger in einer Bremer Spezialhaftanstalt verbüßen könnte.

Eine solche Lösung würde neben relativ angenehmen Vollzugsbedingungen für den Angeklagten auch bedeuten, dass er schon während der Haft aktiv an einer Schadenswiedergutmachung zu Gunsten der geprellten Eigentümer arbeiten könnte, erläuterte dazu der Sprecher des Delmenhorster Amtsgerichts. Allerdings ist noch nicht abzusehen, ob das Urteil des Schöffengerichts rechtskräftig werden wird. Der Angeklagte wie die Staatsanwaltschaft können gegen das Urteil noch in die Berufung vor das Landgericht Oldenburg gehen.

Von Helmuth Riewe, Delmenhorster Kurier vom 27.04.2010 -  Artikel als pdf-Datei

Die freundliche Zustimmung des Verlag Rieck GmbH & Co. KG, Delmenhorst, und der Redaktion des Delmenhorster Kreisblatts macht es möglich, diesen Gerichtsbericht hier zu veröffentlichen.

Von einem ähnlichen Fall ist im Internetauftritt der Schwäbischen Zeitung zu lesen. Hier soll ein Geschäftsführer einer Hausverwaltung Milliionenbeträger “unterschlagen” haben.

Von einem Fall in Essen handelt dieser Beitrag.

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