Alle Rohre dicht?

Poröse und veraltete Abwasserrohre sind ein hohes Umwelt- und Gesundheitsrisiko. Die wenigsten Haus- und Wohnungseigentümer wissen um den Zustand ihres Abwassersystems. Das soll sich jetzt ändern. Das Land NRW verlangt eine flächendeckende Dichtheitsprüfung bis zum Jahr 2015.

Überall dort, wo Menschen wohnen und arbeiten, entsteht Abwasser. Was die Wenigsten wissen: Knapp 70 Prozent aller deutschen Haushaltsanschlüsse sind undicht. Bei Gebäuden, die vor 1965 entstanden sind, sind es sogar 90 Prozent.


Prüfung von Abwasserleitungen wird zur Pflicht

alte RohreDas kann teuer werden, denn die Leitungen unter älteren Häusern sind oft verschachtelt angelegt. Außerdem sind die Rohre wahrscheinlich wesentlich stärker angegriffen als bei neueren Gebäuden. Mit der Überprüfung und Reparatur will das Land NRW verhindern, dass nach wie vor Unmengen von Schmutzwasser ungefiltert in die Erde und damit auch in das Grundwasser fließen.

Bild: © Rainer Sturm/pixelio

Nach § 61 a „Private Abwasseranlagen” des Landeswassergesetzes NRW muss eine Dichtheitskontrolle der Abwasseranlagen bis zum Jahre 2015 durchgeführt werden – dabei spielt das Alter der Immobilie keine Rolle. In Wasserschutzgebieten muss dieser Nachweis sogar zu einem von den Kommunen festgelegten früheren Termin erfolgen.

Im Einzelnen gelten folgende Regelungen:

  • neue Schmutz- und Mischwasserleitungen müssen sofort nach Einbau geprüft werden.
  • bestehende Schmutz- und Mischwasserleitungen müssen dann sofort auf Dichtheit überprüft werden, sobald an ihnen Änderungen vorgenommen werden.
  • bestehende Schmutz- und Mischwasserleitungen, an denen keine Änderungen vorgenommen werden, müssen bis zum 31.12.2015 überprüft werden, wenn das Grundstück außerhalb von Wasserschutzgebieten liegt.
  • für Grundstücke innerhalb von Wasserschutzgebieten muss die Kommune kürzere Fristen durch eine Satzung festlegen.



Eine Liste der ausschließlich für die Überprüfung zugelassenen Sachkundigen hat das Landesumweltamt unter www.sadipa.it.nrw.de veröffentlicht. Diese stellen einen Nachweis aus. Fachleute rechnen für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit Kosten ab ca. 500 Euro.

Werden bei der Prüfung Mängel festgestellt, ist der Hauseigentümer verpflichtet, die Leitungen sanieren zu lassen. Anschließend muss der Nachweis über die Prüfung und die Reparatur beim Bauordnungsamt eingereicht werden.

(Quelle: LBS Münster Pressemitteilung vom 09.06.2010)


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